Vom 19. April 2026 bis 23. April 2026 war ein Team von Lazarus International e.V. und der evangelischen Kirchengemeinde Alzey in der westukrainischen Stadt Luzk um die Projekte der Hilfsorganisation „way to life +“ zu besuchen und sich vor Ort einen Eindruck von der aktuellen Situation zu verschaffen. „Way to life +“ verteilt zweimal pro Woche warme Mahlzeiten an Bedürftige in Luzk.

Die Essensausgaben finden bei jedem Wetter, also auch bei Regen und Schnee, unter freiem Himmel statt. Zusätzlich betreibt die Organisation einen kleinen Kindergarten, der vorrangig für Kinder von Binnenflüchtlingen gedacht ist, eine Unterkunft für bis zu 40 Binnenflüchtlinge sowie eine Unterkunft für ehemalige Drogenabhängige und Kriegsveteranen ohne Familie. Lazarus International e.V. als karitativ verantwortliche Hilfsorganisation des Humanitären Großpriorates des St. Lazarus Ordens unterstützt diese Projekte bereits seit 2022 und kooperiert dabei mit weiteren Jurisdiktionen des St. Lazarus Ordens (Großballei Deutschland, Großballei der Niederlande und Priorat Belgien), der Stiftung Hilfswerk deutscher Zahnärzte (HdZ) sowie der evangelischen Kirchengemeinde Alzey.
Bei der Anreise stoppte unser Team auch an einer Gedenkstätte für Gefallene des Krieges. Diese Gedenkstätten findet man sehr häufig und machte uns nachdenklich. Auch wenn wir im Westen der Ukraine unterwegs waren, merkt man sehr deutlich, dass sich das Land im Krieg befindet.

In unserem Fahrzeug hatten wir Hilfsgüter für die Suppenküche, Senioren und den Kindergarten geladen.


Das Team besuchte alle Projekte von „way to life +“ und wir kamen auch mit den Personen vor Ort ins Gespräch. Die häufigsten Wünsche die geäußert wurden waren weltweiter Friede, eine sichere Unterkunft und eine etwas höhere Rente für ein auskömmliches Leben. An unserem Besuchstag fand auch wieder eine Ausgabe von Tüten mit haltbaren Lebensmitteln statt. Diese Tüten wurden und werden vorwiegend durch die Stiftung Hilfswerk deutscher Zahnärzte (HdZ) finanziert. Gerne haben wir bei der Ausgabe tatkräftig mit angepackt.


Im Kindergarten wurden kleine Geschenke verteilt. Pfarrer Joachim S. Nutze dich Chance und brachte den Kindern die Bewegungen zum Lied „Vom Aufgang der Sonne“ bei. Die Kinder hatten großen Spaß dabei.


Auf dem Rückweg besuchten wir noch eine Rehabilitationsklinik in der Nähe von Lwiw und übergaben einen Rollstuhl. Es hat uns sehr bewegt, die vielen Menschen zu sehen die in ihren besten Lebensjahren sind aber durch den Krieg ihre Hände, Arme, Füße und Beine verloren haben. Die Klinik versucht die beste Betreuung zu bieten, aber es wurde auch deutlich, dass dies sehr schwierig ist. Z.B. sind durch die vielen Stromausfälle und die hohe Anzahl von Rollstuhlfahrern die Aufzüge an ihrer Belastungsgrenze. Es wurde uns berichtet, dass es schon Situationen gab, in denen Patienten bis zu 30 Minuten warten mussten, bis sie mit dem Aufzug ins gewünschte Stockwerk fahren konnten. Es ist geplant, dass wir diese Einrichtung bei einer unserer nächsten Touren wieder besuchen, um dort weitere Hilfsmittel abzuliefern.

Leider war an dem von uns für die Ausreise ausgesuchten Grenzübergang eine sehr lange Warteschlange. Auch als humanitärer Hilfstransport gab es keine Möglichkeit bevorzugt abgefertigt zu werden. So hatten wir uns entschieden einen 30 km entfernten Grenzübergang zu nutzen, bei dem es keine Warteschlange gab. Nach einem kurzen „Ausflug“ über einen Feldweg erreichten wir den zweiten Grenzübergang und konnten ohne Probleme nach Polen ausreisen.

